Hannibal ist Titel der Verfilmung des gleichnamigen Romanes von Thomas Harris; die Regie führte Ridley Scott. Es ist der dritte Teil einer Romantrilogie um den Serienmörder Hannibal Lecter. Die Verfilmung entstand als Fortsetzung zu Das Schweigen der Lämmer aus dem Jahr 1991 und Blutmond (Romantitel: Roter Drache) von 1986.
Handlung
Clarice Starling konnte beim FBI keine Karriere machen; sie wird ständig vom Regierungsbeamten Paul Krendler bedrängt, den sie einst als Liebhaber abblitzen ließ.
Etwa zehn Jahre nach seiner Flucht lebt Hannibal Lecter als Museumskurator der Capponi-Bibliothek unter dem falschen Namen Dr. Fell in Florenz. Der italienische Kommissar Rinaldo Pazzi, ein Nachkomme der Familie Pazzi, soll das rätselhafte Verschwinden seines Vorgängers aufklären. Er wird auf Dr. Lecter aufmerksam und stellt fest, dass eins seiner früheren Opfer eine hohe Belohnung auf ihn ausgesetzt hat, Mason Verger, der schwerreiche Erbe eines Viehbarons, das einzige Opfer, das ihn überlebt hat. Dr. Lecter hatte Verger, seines Zeichens Sadist und Kinderschänder, einst unter Drogen gesetzt und ihn dann überredet, sich das Gesicht abzuschälen und es buchstäblich an die Hunde zu verfüttern.
Der Kommissar denunziert Lecter. Verger schickt seine Schergen, um Lecter gefangen nehmen zu lassen und ihn an menschenfressende Riesenwildschweine zu verfüttern. Lecter kann einen der Männer töten. Er überwältigt Pazzi im Palazzo Vecchio und will die Szene auf einem alten Gemälde inszenieren, auf dem einer der Ahnen des Kommissars wegen der Beteiligung an der Pazzi-Verschwörung vor der Fassade des Palastes erhängt wurde. Mit gepflegter Höflichkeit fragt Lecter den Kommissar, ob dieser die Innereien drinnen behalten möchte oder – wie auf dem Gemälde – mit aufgeschlitztem Bauch gehängt werden soll („Guts in or guts out?“). Lecter wartet allerdings nicht auf die Antwort, entscheidet sich für die erste Alternative, erhängt Pazzi und verlässt die Stadt (in der ungeschnittenen Version allerdings entscheidet er sich für die zweite … )
In den USA kommt es zum großen Showdown – Lecter wird von den Helfern Vergers entführt. Starling rettet Lecter das Leben, wird aber selbst schwer verletzt. Verger wird von seinem Butler in die Grube der Riesenwildschweine gestoßen (Hannibal:”…stoßen Sie ihn einfach runter Cordel. Sie können ja behaupten, ich sei es gewesen.”). Lecter nimmt Starling mit sich und pflegt sie gesund. Sie wird zu einem Festessen eingeladen, bei dem Paul Krendler, unter Drogen gesetzt und mit geöffneter Schädeldecke, Teile seines eigenen Gehirns verspeist. Starling gelingt es, das FBI zu benachrichtigen, und sie kettet Lecter mit Handschellen an sich. Um rechtzeitig zu entkommen, hackt sich Lecter die eigene Hand ab.
In diesem Punkt unterscheidet sich der Film von der Romanvorlage, in der Starling sich in Lecter verliebt und gemeinsam mit ihm ein neues Leben in Südamerika aufbaut. Im Roman verrät Starling Lecter nicht an das FBI, sondern verspeist sogar selbst genussvoll (wobei sie dabei allerdings selbst unter starkem Einfluss hypnotischer Drogen steht) Teile von Krendlers Gehirn. Als einschneidende Erlebnis, in welchem Starling sich in Lecter verliebt wird im Buch die Szene mit den Schweinen – in welcher Starling Lecter, bzw Lecter Starling rettet- genannt. Außerdem wird die in der Romanmitte angesiedelte Flugzeugszene, welche eine Brücke von Italien nach den USA schlägt, im Film zur Schlussszene. (Dieser Film ist FSK 18)
Besetzung
Anthony Hopkins: Dr. Hannibal Lecter
Julianne Moore: Agent Clarice Starling
Giancarlo Giannini: Inspector Rinaldo Pazzi
Gary Oldman: Mason Verger
Ray Liotta: Paul Krendler
Frankie Faison: Barney Matthews
Francesca Neri: Allegra Pazzi
Zeljko Ivanek: Dr. Cordell Doemling
Hazelle Goodman: Evelda Drumgo
David Andrews: FBI Agent Clint Pearsall
Francis Guinan: FBI Director Noonan
Die DVD:
Auf normalem Wege ist die DVD in Deutschland leider nur in der gekürzten FSK18-Version erhältlich.
Filmmusik von Hans Zimmer
Das Buch:
Zwischen Buch und Film bestehen im Ende gravierende Unterschiede. Es lohnt sich auf jeden Fall, beides zu kennen.
Kommentare deaktiviert