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Das letzte bekannte Foto von Robert John Maudsley “Alles war schon mal da” und “Es gibt alles, was man sich vorstellen kann, auch in der Wirklichkeit” sind zwei Sprüche, die uns ältere Leute gerne ungefragt vermitteln. Im Fall von Hannibal Lecter scheint das gar nicht so weit hergeholt zu sein.

In einer englischen Strafanstalt, einem Hochsicherheitsgefängnis, sitzt der Strafgefangene Robert John Maudsley. Spätestens seit dem Film “Schweigen der Lämmer” wird er immer wieder mit Hannibal Lecter in Verbindung gebracht und die Presse gibt ihm den Namen “Der wahre Hannibal Lecter”.

Maudsleys Geschichte liest sich in der Tat wie ein Horrorroman. Im Juni 1953 geboren, wächst er in einer Familie mit 12 Kindern auf, deren Alkoholikervater das Geld lieber versäuft, statt seine Familie zu ernähren. Alls Familienangehörigen leiden unter seinen Schlägen, seiner Brutalität, aber Robert John, sein Sohn, wird zudem regelmäßig von ihm sexuell missbraucht.

Zwar wird irgendwann das Jugendamt aufmerksam und verteilt die Kinder auf verschiedene Heime, der Missbrauch aber wird nie aktenkundig und so kommen die Kinder immer wieder mal zurück zu ihren Eltern.

Das alles bietet die Basis für den Mord, den Maudsley als junger Erwachsener begeht. Als drogenabhängiger Stricher drangsaliert er eines Tages einen seiner Freier, um sich schließlich so ein einen Blutrausch und Hass gegen Homosexuelle hineinzusteigern, dass er sein Opfer mit den Füßen traktiert. Nach der Tat war das Opfer kaum noch als Mensch zu erkennen.

Das aber ist nicht die Tat, die ihn schließlich in eine Zelle brachte, wie wir sie aus den Filmen um Hannibal Lecter kennen.

Maudsley ist im Gefängnis von Broadmoore inhaftiert. Maudsley lebt in zwei zusammengelegten Zellen mit Glasscheiben davor. Er vegetiert seit fast 30 Jahren ohne ein Fenster auf Möbeln aus Pappe dahin. Er isst von Papptellern mit Plastikgeschirr. Er bekommt keine Bücher und schreiben darf er nur unter strengster Aufsicht, mit einer losen, weichen Kugelschreibermine.

Einmal am Tag wird Maudsley, isoliert von allen übrigen Gefangenen, für eine Stunde zum Spaziergang in den Hof geführt. Bewacht von 8 eigenen Wärtern und extra für ihn angeschafften, extrem scharfen Wachhunden.

Der Mord an seinem Freier hätte für ihn vermutlich nur eine längere Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie bedeutet und er wäre längst frei. Doch hinter Gittern beging er weitere Morde an Mitgefangenen. Immer in dem Glauben, es mit homosexuellen Kinderschändern zu tun zu haben. Sein Wahn gipfelte schließlich in dem Doppelmord an zwei Mitgefangenen, die er unter seinem Bett in Kisten “bestattete”. Nicht jedoch, ohne das Hirn eines seiner Opfer gegessen zu haben. Der Löffel steckte noch im Kopf, als Maudsley selbst die Tat meldete und die Wachen nachgucken gingen.

Jaques Buval hat in seinem Buch Der wahre Hannibal Lecter die dramatische und verstörende Geschichte dieses “gefährlichsten Serienkillers Englands” aufgezeichnet, wobei er viele der Informationen direkt seinem Briefewechsel mit Robert John Maudsley entnommen hat.

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